Radelnder Postbote machte auf der „Tour de Post“ in Mannheim Station

Ein Traum in Gelb war der Marktplatz am Mittwochvormittag, den 21. Juni 2017. Grund dafür war Briefzusteller Richard Neugebauer, der auf seiner Spendentour von München zum Startpunkt der Tour de France nach Düsseldorf radelnd in Mannheim Station machte. In fünf Tagen erradelt er in rund 40 Stunden reiner Fahrzeit etwa 800 Kilometer. Zwischenstopps waren oder sind in Ingolstadt, Nürnberg, Mannheim, Frankfurt und Bonn.

Von Nürnberg her kommend, machte er sich am Morgen nach Frankfurt auf und wurde dabei von Zustellerkollegen aus der Quadratestadt, dem Team der Geschäftsstelle Radjubiläum „Monnem Bike“, Erster Bürgermeister Christian Specht und Karl Drais auf seinem Laufrad auf die Strecke geschickt. Keine Frage, Mannheim war als Geburtsstadt des Fahrrads für die „Tour de Post“ anlässlich 200 Jahren Fahrrad eine ganz besondere Station.

Respekt hatten alle für die Leistung des 65-Jährigen Extremsportlers Neugebauer. Absolviert er die ganze Strecke doch mit seinem 30 Kilogramm schweren, regulären Postfahrrad, lediglich Klickpedale hat er sich gegönnt. Der gebürtige Ingolstädter hat sich schon oft gute Zwecke eingesetzt. Zehn Euro pro gefahrenen Kilometer zahlt ihm sein Arbeitgeber für gute Zwecke – fast 9000 Euro werden am Ende zusammenkommen.

In Mannheim schätzte sich Beate Däuwel vom Kinderhospiz Sterntaler glücklich, 1000 Euro für Ihre Organisation entgegennehmen zu können. „Da wir, wie alle stationären Kinderhospize in Deutschland, keine staatliche Förderung erhält und auf Spenden angewiesen ist, freut es uns umso mehr, dass Richard Neugebauer und die Deutsche Post DHL Group an uns gedacht haben“.

Erster Bürgermeister Christian Specht übergab dem radelnden Postboten eine Klingel in Quaderform und natürlich ein Monnem Bike-T-shirt. Er betonte, dass die sogenannten Relaisstation, kurz vor Schwetzingen, zu der Karl Drais am 12. Juni 1817 bei der Jungfernfahrt mit der Laufmaschine aufbrach, nichts anderes gewesen sei, als die Station der Postkutschenpferde. Von daher seien Rad und Post quasi von Anfang an miteinander verbunden. Mannheim sei ähnlich wie die Deutsche Post bestrebt, die E-Mobilität vor allem im Lieferverkehr zu stärken.

Der nächste Zwischenhalt fand am Nachmittag in Bensheim statt, wo Neugebauer eine Spende an die Geschwister-Scholl-Schule gegen Rassismus und für Courage sowie Integration von Flüchtlingen übergab.

Der passionierte Radfahrer und Triathlet, der es schon drei Mal ins Guiness-Buch der Rekorde schaffte, möchte mit der Aktion zum Radjubiläum aber nicht nur Menschen unterstützen, die Hilfe brauchen, sondern auch auf die sportliche Leistung seiner Kolleginnen und Kollegen aufmerksam machen, die an sechs Tagen in der Woche bei Wind und Wetter den Menschen die Post bringen und dabei Lasten von 40 bis maximal 60 Kilo an Bord haben. Kein Wunder, dass die ihm in großer Zahl und in Gelb gewandet die Referenz erwiesen.

Er selbst legt sei 40 Jahren an jedem Arbeitstag rund 20 Kilometer mit dem Drahtesel zurück. Er ist nicht allein. Mit rund 25.000 Fahrrädern unterhält die Deutsche Post die größte Fahrradflotte in Deutschland, darunter 10.500 E-Bikes und e-Trikes. Das Fahrrad hat dabei eine lange Tradition: Schon im Jahr 1896 setzte die damalige Reichspostverwaltung auf die Zustellung per Zweirad. Unverzichtbar sind die Fahrräder auch für 116 Mannheimer Postboten, die täglich den Kunden die Briefe auf zwei oder drei Rädern bringen. Begehrt war auf dem Marktplatz der Sonderstempel „Tour de Post“ und „Richard radelt“ unter den Philatelisten.

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